You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Bei meiner langjährigen Tätigkeit an einem Erziehungsheim für Fürsorgezöglinge ist es wohl nicht zu verwundern, daß ich neben mannigfaltigen Beobachtungen anderer Art auch solche über Onanieren machen konnte. Es liegt allerdings in der Art des Objektes (man nennt ja in vielen Kreisen die Onanie die „geheime Sünde”), daß die Beobachtungen nicht so exakt verlaufen konnten, wie solche über Trotz, Lügenhaftigkeit oder Bettnässen. Leider waren meine Beobachtungen auch nur auf onanierende Knaben beschränkt. Dazu mußte ich mir in manchen Fällen die Behandlung ersparen, weil ich, besonders am Anfang meiner erziehlichen Tätigkeit, über manche Punkte nicht restlos klar war und nicht wagte, mit halbem Wissen erzieherische Eingriffe zu tun. Wo ich aber zur Behandlung geschritten bin, habe ich sicherlich nicht den schlechtesten Weg eingeschlagen.
Ich kann mich noch gut an eine Stunde aus meiner Studienzeit erinnern, in der der Lehrer gelegentlich der Besprechung der Geschlechtskrankheiten auch die Frage der Onanie streifte und sich dabei in folgender drastischer Weise ausdrückte: „Die Onanie war bei den alten Völkern so verbreitet wie bei uns. Und ob die alten Griechinnen und Jüdinnen nun ihre Finger genommen haben oder besonders dazu hergestellte Goldstifte, ist ja an und für sich gleichgültig.” Wer keinen Einblick hat, ahnt jedenfalls gar nicht,