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Eine junge Mutter wandte sich an mich um Hilfe wegen der Schwierigkeiten, die sie mit dem Stuhlgang ihres fünfmonatigen erstgeborenen Knaben hatte. Der Kleine, ein gut entwickeltes, normales Brustkind — ich hatte Gelegenheit gehabt, ihn in den ersten Wochen seines Lebens genau zu beobachten — hatte, wie die Mutter behauptete, eines Tages durch mehr als 24 Stunden keinen Stuhl gehabt. Der herbeigeholte Kinderarzt riet zu einem Einlauf. Da ergaben sich nun die Schwierigkeiten mit dem Stuhlabsetzen. Die Mutter hatte nämlich, wie sie selbst angab, wenig Erfahrung in der Kinderpflege und getraute sich nicht, dem Kind einen richtigen Einlauf zu geben; sie probierte „die Darmtätigkeit durch Hin- und Herfahren mit dem Darmrohr im Mastdarm anzuregen” und erzielte tatsächlich auf diese Art und Weise einen Stuhlabgang. Von da an aber war der Kleine nur mehr zu einem Stuhlabsetzen zu bringen, wenn vorher das Darmrohr im Mastdarm hin und her bewegt wurde. Ich konnte selbst beobachten, daß das Kind bei dieser Prozedur deutliches Wohlgefallen bezeigte, die Bewegungen des Darmrohrs durch rhythmische Bewegungen seines Beckens zu unterstützen versuchte und, wenn diese Prozedur nicht so lange dauerte, als es ihm offenbar angenehm war, eine Fortsetzung durch Schreien erzwang. Oft mußte dies zwei- bis dreimal im Tag gemacht werden, dann erst hatte der Kleine Stuhl. Wenn man dieses Spiel mit dem Darmrohr unterließ, erfolgte kein Stuhlabgang, so daß die Mutter dieses Mittel immer wieder in Anwendung brachte, um Stuhl zu erzielen. Dieser Zustand dauerte schon zwei Monate. Ich machte die junge Mutter auf die Gefahren einer so übermäßigen Reizung der analen Zone aufmerksam und erzwang einen richtigen Einlauf, der auch nach einigen Schwierigkeiten Erfolg hatte. Mit dem Stuhlabsetzen ging es dann weiterhin ganz glatt, nur bei der Reinlichkeitsgewöhnung machte der Kleine in der Folge Schwierigkeiten. Er bezeigte übermäßiges Interesse für seinen Kot, saß möglichst lange auf dem Töpfchen, versuch