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Nicht vom Dichter Ibsen, sondern vom Psychologen soll hier die Rede sein. Er hat in seinen Dramen so manche Gestalten geschaffen, die uns aus der Psychoanalyse wohl vertraut sind, und wenn wir seinen psychologischen Determinierungen nachgehen, finden wir auch da weitgehende Übereinstimmung. Im Arzt Wangel in der „Frau vom Meere” hat er sogar einen wirklichen Analytiker auftreten lassen, der die analytischen Wege sucht und beschreitet, um eine Neurose der Heilung zuzuführen. Da Ibsen wiederholt das Eltern-Kind-Verhältnis dramatisch behandelt, interessiert sich auch der Pädagoge für die psychologischen Grundlagen. Bevor das Drama ein Kunstwerk war, war es Psychologie, stammte sie nun aus der Fremderfahrung oder aus der eigenen. Hinter der künstlerischen Form suchen wir die seelischen Zusammenhänge und Begründungen, hinter dem ästhetischen Drama das psychische:
Krieg mit den geheimen Gewaltenin Herz und Hirn, das heißt leben;dichten heißt, über sein Strebenselber Gerichtstag halten.
Von den „geheimen Gewalten”, die Ibsen veranlaßten, „Gerichtstag” zu halten, wollen wir in den folgenden Zeilen diejenigen festzustellen versuchen, die bei der dramatischen Bearbeitung der Mutter-Kind-Beziehung maßgebend sein konnten. Es sind „geheime” Gewalten. Wir wollen es wagen, durch eine vergleichende Untersuchung den Schleier zu lüften.