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Für den Pädagogen ganz besonders wertvoll ist die Veröffentlichung des Falles Jeannette. Nicht nur, weil er mit seltener Klarheit zeigt, wie aus rein psychischen Motiven, die weder Eltern noch Erzieher ahnen, die ganze Jugend eines äußerst wertvollen Menschen zerstört wird, sondern weil gerade hier das ganze oder doch der Hauptteil des Unglücks vermieden worden wäre, wenn die Eltern oder einer der anderen Erziehungspersonen psychoanalytisch durchgebildet gewesen wären. Ja, hier kann man fast sagen, wenn die Eltern auch nur eine „Ahnung von Psychoanalyse” gehabt hätten. Nicht nur hätte eine versuchte Vergewaltigung im siebenten Lebensjahr der Patientin bei einer psychoanalytisch orientierten Erziehung möglicher weise gar nicht traumatisch gewirkt, sondern eine früher einsetzende psychoanalytische Behandlung hätte die Kranke auch mit Sicherheit früher gesund gemacht. Denn die Heilung geht nach einer fast 30jährigen Krankheitszeit in einer so überraschend kurzen Zeit vor sich und scheint so durchgreifend zu sein, daß der Fall Jeannette sicher zu den bedeutendsten Bestätigungen der psychoanalytischen Therapie gehört. Die Lektüre sei dem medizinischen Laien auch darum ganz besonders empfohlen, weil über die Klarheit des Stoffes hinaus die Verfasserin eine Klarheit der Darstellung und der Sprache hat, die jedem das Verständnis ermöglicht.
Laforgue gibt vielerlei neue Gesichtspunkte für das Verständnis des seltsamen Lebens von Jean Jacques Rousseau, die dem Erzieher theoretisch wie praktisch viel Wertvolles bieten.
Lizi Bonwitt-Hepner