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Der Titel, den ich diesem Vortrag gegeben habe, ist einigermaßen ungewöhnlich, denn wir beschäftigen uns gewöhnlich nur mit der Anpassung des Kindes an die Familie, nicht mit der der Familie an das Kind. Aber gerade unsere psychoanalytischen Forschungen haben uns gezeigt, daß der erste Schritt zur Anpassung von uns ausgehen sollte, und den ersten Schritt nach dieser Richtung haben wir zweifellos gemacht, wenn wir das Kind verstehen. Man macht der Psychoanalyse oft zum Vorwurf, daß sie sich allzu sehr mit primitivem und pathologischem Material beschäftigt; das stimmt; aber die Erforschung der Anormalen hilft uns zu Kenntnissen, die wir mit großem Nutzen bei den Normalen anwenden können. Ebenso wären wir in der Kenntnis der Gehirnphysiologie nie so weit gekommen ohne die Erforschung der Vorgänge bei Funktionsstörungen. Durch die Forschungen an Neurotikern und Psychotikern zeigt die Psychoanalyse, wie sich hinter der normalen Oberfläche verschiedene Zonen oder Schichten oder verschiedene Funktionsarten verbergen. Bei der Beobachtung der Primitiven oder Kinder finden wir Züge, die bei den Menschen höherer Zivilisation unsichtbar geworden sind; in der Tat, wir schulden den Kindern Dank für das Licht, das von ihnen auf die Psychologie gefallen ist, und die folgerichtigste Art, diese Schuld zu bezahlen (was ebenso in unserem Interesse liegt wie in ihrem), ist die Bemühung, sie mit Hilfe unserer psychoanalytischen Studien besser zu verstehen.
Ich muß gestehen, wir sind noch nicht in der Lage, den erzieherischen Wert der Psychoanalyse genau zu umschreiben; wir können auch noch keine praktischen Vorschriften im einzelnen für die Erziehung geben. Denn die Psychoanalyse, die Ratschläge nur mit großer Vorsicht erteilt, beschäftigt sich meist mit Erscheinungen, mit denen sich die Erziehungswissenschaft gar nicht oder in sehr unrichtiger Weise beschäftigt hat. Wir können Ihnen also eher sagen, wie Sie Ihre Kinder nicht erziehen