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Wir erfahren manchmal unversehens etwas von der kritischen Einstellung, die unsere Kinder uns gegenüber haben; es wird uns da ein verborgenes Stück Nacherziehung zuteil, So mußte ich einmal beschämt feststellen, daß Kinder manchmal viel feinfühliger über Geschenke denken als wir Erwachsene.
Auf einem Spaziergange mit meinem kleinen Sohne Artur kamen wir an einem Bettler vorüber, der am Straßenrand Ziehharmonika spielte, um die Passanten auf sich aufmerksam zu machen. Ich gab Artur ein Geldstück, das er dem Manne bringen sollte. Einem merkwürdigen Impulse folgend, dessen latente Bedeutung ich erst später verstand, sagte ich Artur, er solle auch die Zeitungen, die ich vorher gelesen hatte und die ich unter dem Arme trug, dem Manne geben.1 Artur gehorchte und holte mich Vorangehenden bald ein. Es war in den wenigen Minuten mit dem Kinde eine merkwürdige Veränderung vorgegangen. Kurz vorher hatte er sich mit mir über sein Lieblingsthema, den Unterschied der Automobilmarken, lebhaft unterhalten, jetzt ging er scheu und wortlos, ohne mich anzusehen, an meiner Seite. Er schien ernsthaft verstimmt und geärgert zu sein, was bei seinem besonders heiteren Naturell sehr selten vorkommt. Ich fragte ihn, ob er dem Manne das Geld gegeben habe, er antwortete gedrückt: „Ja”, und blieb weiter schweigend. „Willst du mir etwas sagen?” fragte ich. Er errötete heftig, bewegte die Lippen und brachte endlich