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Vom zweiten bis zum vollendeten dritten Lebensjahr zeichnete sich mein kleiner Neffe durch hartnäckige Obstipation aus und brachte dadurch seine Eltern in helle Verzweiflung. Wird Burli heute tauchen? war Mamas erster Gedanke, wenn der Einzige die Augen aufschlug, und ehe sie ihn abends zu Bette brachte, hieß es stets: Hat Burli heute schon getaucht? In der Tat, man mußte auf die regelmäßige Entleerung des Darminhaltes bedacht sein, denn Burli war ein Virtuose in der Zurückhaltung der Stuhlmassen, bei dem selbst alle Hilfsmittel versagten. Saß der kleine Held mit schmerzhaftem Weinen endlich auf dem Töpfchen, dann konzertierte Papa auf den Fensterscheiben, Mama herzte und küßte ihren Liebling, selbst das Dienstmädchen war bemüht, durch Vorzeigen von allerlei Gegenständen das bitterliche Weinen zu stillen, und doch mußte man sich schweren Herzens gar oft zum letzten Mittel entschließen und zur Spritze greifen. Von den Szenen kindlicher Gegenwehr will ich schweigen, betont muß aber werden, daß Burli das rege Interesse seiner Pfleger bemerkte, bald nur von der Mama oder nur vom Dienstmädchen, an dem er sehr hing, aufs Töpfchen gesetzt werden wollte und jedesmal mit selbstgefälligem Gesichtsausdruck das gelungene Werk betrachtete. Im Alter von 2,51 klatschte er dabei einmal in die Hände und rief jauchzend: „Mami, heute kriegst du ein großes Kipferl”.2 (Das Exkrement war gebogen wie die Kipferl, die Burli zum Frühstück aß.)
An dieser Stelle und weiter unten nochmals möchte ich eine Beobachtung aus dem Leben des kleinen H. Z. einschieben. Bei diesem Knaben war es in gleichem Alter ähnlich. Ihm mußte das Kinderfräulein während der Defäkation Geschichten erzählen. Drei Lieblingsgeschichten hatte man bereit und je nach der Laune des kleinen Tyrannen erfolgte die erwünschte Reaktion nur bei dieser oder jener Erzählung.