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Kaplan führt die magische Praxis und die magische Denkweise auf den Narzißmus zurück. Die Hochschätzung des Sexualobjektes nimmt im Narzißmus die Form der Überschätzung der eigenen Macht an. Der narzißtische Primitive macht keinen Unterschied zwischen der Gedankenwelt und der Objektwelt. Daher stammt das Charakteristikum des magischen Denkens, die Natur nach assoziativen Gesetzmäßigkeiten zu betrachten. Aus dem Narzißmus ist auch der Glaube an die außergedankliche Wirksamkeit des Wunsches abzuleiten, die Überzeugung von der „Allmacht der Gedanken”.
Das Thema wird in sehr interessanter Weise an einem reichen völkerkundlichen Material abgehandelt, die verschiedenen Formen der Magie in ihrer Beziehung zum Narzißmus sowie ihre mannigfaltige Beziehung zur Suggestion werden aufgezeigt. Ein Kapitel über magische Medizin ist für den Arzt besonders belangreich.
Gewiß werden auf diese Weise bedeutsame Schlaglichter auf die Magie geworfen, und sie wird in wesentlichen Teilen erhellt. Mir scheint jedoch, daß man gewichtige Seiten des Problems nur dann erkennen wird, wenn man zur Parapsychologie eine positivere Stellung einnimmt, als es der Verfasser tut. Eine bedeutsame Seite des magischen Denkens wird uns jedoch in dem Buche in ausgezeichneter, eindringender Weise nahe gebracht.
Dr. Rudolf Tischner (München)