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Jedem psychoneurotischen Symptom liegt ein innerer Konflikt zugrunde; das hysterische Symptom ist häufig ein Kompromiß zwischen triebhaftem Wunsch und verdrängender Tendenz, beim zwangsneurotischen Symptom beobachtet man, daß das Symptom ein Ausdruck der mit einander ringenden Kräfte von Haß und Liebe, von Bejahung und Verneinung darstellt; daß ihm
also ein für die Zwangsneurose charakteristischer Konflikt zwischen zwei miteinander im Gegensatz stehenden Gefühlseinstellungen gegen ein und dasselbe Objekt zugrunde liegt, den wir als „Ambivalenzkonflikt” bezeichnen. Oft führt diese Ambivalenz, dieses gleichzeitige Bestehen von Gefühlsregungen mit entgegengesetztem Vorzeichen, gegen ein bestimmtes Objekt zur zweizeitigen Zwangshandlung, wobei die zweite Handlung bestimmt ist, die erste und damit das Ergebnis der ihr zugrunde liegenden Gefühlseinstellung aufzuheben und ins Gegenteil zu verkehren. Ein typisches Beispiel einer solchen zweizeitigen Zwangshandlung schildert Freud in seinen „Bemerkungen über einen Fall von Zwangsneurose”: „Am Tage, als sie (die vom Patienten geliebte Dame) abreiste, stieß er mit dem Fuße gegen einen auf der Straße liegenden Stein und mußte ihn nun auf die Seite räumen, weil ihm die Idee kam, in einigen Stunden werde ihr Wagen auf derselben Straße fahren und vielleicht an diesem Stein zu Schaden kommen. Aber einige Minuten später fiel ihm ein, das sei doch ein Unsinn, und er mußte nun zurückgehen und den Stein wieder an seine frühere Stelle mitten auf der Straße legen.” Der Widerstreit der Gefühle des Patienten gegen die Dame wird an dieser zweizeitigen Zwangshandlung außerordentlich deutlich. Aber auch im einzeitigen Zwangssymptom gelingt es häufig, an der Differenz zwischen bewußter Absicht und tatsächlichem Erfolg den Gegensatz der Gefühlsströmungen, die an der Zwangshandlung beteiligt sind, nachzuweisen. So kommt an der Zwangshandlung, die nunmehr berichtet werden soll, die Ambivalenz am Erfolg so deutlich zum Ausdruck, daß das Zwangssy