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Ich ließ auf lange zahlreiche Übungsstunden eine Rechnungsprobe folgen. Der Oberrechner der Klasse, dem das Temperament gelegentlich aus geringfügigen Ursachen ein Schnippchen schlug, war der erste der Schüler, welcher sich zur Korrektur meldete. Ehrgeiz und Flüchtigkeit haben ihm schon manchen Streich gespielt. Er glaubte offenbar, durch seine Begabung des weiteren Denkens und Überlegens enthoben zu sein und alles ohne vorherige gedankliche Bearbeitung herplappern und herschmieren zu können.
So auch heute. Von sechs Aufgaben hat er eine einzige richtig gelöst. In jeder steht ein Flüchtigkeitsfehler: Bei der einen falsch abgeschrieben, bei der anderen eine Null vergessen, bei der dritten falsch untereinandergeschrieben usw. Er hoffte offenbar, auch diesmal wieder als Erster mit sechs richtigen Lösungen glänzen zu können. Erstaunt betrachtet er nun sein Blatt, dreht mir dann plötzlich den Rücken zu, schmeißt sein Heft in das Pult, läßt ihm den Federhalter folgen, um nachher den Kopf in die Hand zu stützen und vor sich hinzustarren. Ich weiß aus Erfahrung, daß er sich mit solchem Gebaren wichtig machen will. Darum lasse ich ihn ohne Bemerkung gewähren. Er kommt dann, sobald er gesehen hat, daß sich niemand um sein Verhalten kümmert, am ehesten wieder zur Besinnung.
Nach dem Läuten am Ende der Stunde verlasse ich mit den übrigen eingesammelten Heften das Zimmer. Bei der Türe schaue ich nochmals rückwärts und beobachte, wie der Schnellrechner in einer plötzlichen Aufwallung mit der flachen Hand ein leeres Blumentöpfchen, welches ich für einen pflanzenbiologischen Versuch bereitgestellt hatte, vom Tisch herunterschlägt. Ich lasse die Kinder neben mir vorbei in die Pause gehen und beobachte den vorbeischreitenden Sünder, welcher mir einen scheuen Blick zuwirft.
In der Pause spaziere ich auf dem Spielplatz. Hier bietet sich Gelegenheit, den Fall etwas näher zu untersuchen. Der Schuldige blickt immer ab und zu nach mir hin. Ich lasse ihn zu mi