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Bekanntlich sind die Ansichten der Forscher über das Wesen des Stotterns geteilt. Während die einen das Stottern für eine spastische Koordinationsneurose (Kußmaul) halten, zu der erst sekundär psychische Erscheinungen hinzutreten, meinen die anderen, daß die seelischen Störungen eine primäre Rolle spielen. Dafür, daß wirklich Koordinationsstörungen in Frage kommen können, scheinen die Fälle zu sprechen, die im Anschluß an eine organisch bedingte Aphasie entstehen. Auch weiß man, daß Kinder, welche lange Zeit stammeln oder eine unbeholfene Sprache haben, leicht zu stottern beginnen. Andererseits kann man häufig sowohl Kinder wie Erwachsene beobachten, die sehr schlecht sprechen und demzufolge manchmal kleine Stockungen zeigen, ohne je in wirkliches Stottern zu verfallen. In gewissen Fällen treten die möglicherweise vorhandenen Koordinationsstörungen physischer Natur so sehr zurück, daß man den psychischen Faktoren die größte Rolle beimessen muß. Diese Fälle sind durch die gewöhnliche Übungsbehandlung sehr schlecht zu beeinflussen, bevor man die psychischen Ursachen weggeräumt hat. Zwei Fälle dieser Art möchte ich hier mitteilen.