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Es bedurfte langjähriger psychoanalytischer Untersuchungen vieler Erwachsener und später eingehender psychoanalytischer Arbeiten am Kind, um einen Gesichtspunkt dafür zu finden, in welchen Fällen und mit welcher Technik Kinderanalysen geführt werden. Ich verweise auf die „Einführung in die Technik der Kinderanalyse” von Anna Freud. Meine Technik entspricht der von Anna Freud.
Ein Knabe von zwölf Jahren, der wegen Stotterns in Analyse kam, hatte einige Jahre im elterlichen Schlafzimmer geschlafen und während dieser Zeit eine Reihe von Phantasien als Tagträume produziert, in deren Mittelpunkt schwere Angstzustände standen. Er zeigte eine auffallende Abneigung gegen seinen Vater, die er allerdings sehr geschickt vor sich und dem Vater verbarg. Eines Tages phantasierte er während der Analyse eine Geschichte von einem Manne, der in seinem Äußeren Züge des Vaters und des Analytikers vereinigte. Der Mann, der den Wunsch hatte, friedlich in einem Hause zu leben, wurde durch vielerlei Schwierigkeiten, die sein äußeres Leben brachte, gezwungen, auf der Wanderschaft zu leben, und nach einem langen Kampf mit Naturgewalten ließ ihn der Knabe ohne jede Mitleidreaktion sterben. Bei der Besprechung des Helden dieser Geschichte fiel dem Knaben allmählich auf, welche Züge dieser Mann trug, und erst bei dieser Aussprache äußerte er sich über seine Feindschaft mit dem Vater, die er, wie es in Analysen üblich ist, auf den Analytiker übertragen hatte. Die Besprechung von Situationen, die dem Kinde ein gewisses Recht gaben, den Vater weniger zu lieben als die Mutter, brachte reichliches Angstmaterial aus der frühen Kindheit ans Tageslicht, und es war auffallend, wie dieser Knabe bei der nächsten Besprechung von sich aus darauf hinwies, daß ihm jetzt viel leichter sei und daß er eigentlich nicht recht wisse, warum er den Vater nicht so gerne möge wie die Mutter.
Als der Vater während der Analyse eine Reise machen mußte, hatte das Kind in der Nacht vor dem Reisetag einen Traum folgenden Inhal