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Mit Ende des Sommersemesters 1928 hat der Mitherausgeber dieser Zeitschrift, Prof. Dr. Ernst Schneider, Riga verlassen und sich in Stuttgart niedergelassen. Er gab seine Professur auf, weil ein unter chauvinistischem Drucke entstandenes Universitätsgesetz das ihm bei der Wahl nach Riga zugesicherte Recht, deutsch zu lesen, aberkannte. Es ist einerseits bei dem heutigen Stand der lettischen Sprache einem Ausländer unmöglich, in dieser Sprache wissenschaftliche Vorlesungen zu halten, andererseits ist es dem wissenschaftlichen Fortschritte der Studierenden dienlich, wenn sie die Möglichkeit haben, mit einer westeuropäischen Sprache soweit vertraut zu werden, daß sie in der Lage sind, den Kontakt mit dem wissenschaftlichen Westen zu finden, was um so mehr erforderlich ist, als eine wissenschaftliche lettische Literatur heute erst im Werden ist. Aus diesen Gründen konnte sich Prof. Schneider nicht dazu verstehen, zur lettischen Unterrichtssprache überzugehen, und verließ Riga. Seine neue Adresse ist: Im Kienle 28, Stuttgart.
Im April dieses Jahres fand in Leipzig im Anschluß an den Kongreß für Heilpädagogik die Tagung der „Deutschen Gesellschaft für Sprach- und Stimmheilkunde” statt. Wir geben hier einen Bericht der „Leipziger Volkszeitung” nieder:
Skandalös war das Verhalten deutscher „Gelehrter” und „Wissenschafter” (hier nur in Anführungsstrichen zu gebrauchen!) auf der Tagung der „Deutschen Gesellschaft für Sprach- und Stimmheilkunde”, die am Donnerstagnachmittag stattfand. Hier sprach eine Schwedin Dr. Tamm neben anderen Vortragenden über „Psychische Behandlung des Stotterns” und berichtete, wie sie Fälle von schwerem Stottern durch die psychoanalytische Methode — heute bestimmt die gründlichste und am wenigsten auf Zufälligkeiten basierte Heilungsart — geheilt habe. Aber schon die Erwähnung des Wortes „Psychoanalyse” mußte manchen guten, senilen Sanitätsrat usw. zur Weißglut bringen. Was hier an Undiszipliniertheit und affektbetonter Opposition geleistet wurde, war f