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Im Sonderheft „Onanie” (Heft 4/5/6) dieser Zeitschrift wird in dem Aufsatz von Dr. Heinrich Meng (Stuttgart) angegeben, daß der Schweizer Arzt Simon André Tissot der Urheber des Wortes „Onanie” ist. Ich gestatte mir, darauf aufmerksam zu machen, daß diese Angabe eine historische Ungenauigkeit enthält; denn lange vor der Herausgabe seines Schriftchens „L'onanisme” (Lausanne 1760) war das Wort schon in England bekannt und gebräuchlich. Bereits 1710 wird es in einem Büchlein „Onania …” eines unbekannten Verfassers aufgeführt, das im Jahre 1736 unter dem Titel „Onania, oder Die schreckliche Sünde der Selbstbefleckung” ins Deutsche übersetzt wurde. Weiter wird das Wort dann noch in dem großen Zedlerschen Lexikon (Bd. XXV, 1450) aus dem Jahre 1740 eingehend behandelt. — Der Ausdruck „onanistische Sünde” erscheint aber bereits 1642 bei Arnold Mengering in „Scrutinium conscientiae catecheticum, das ist Gewissens Rüge und Sündenregister” (Altenburg 1642, S. 809). Desgleichen ist dieser Ausdruck bei Joh. Konr. Dannhauer in seiner „Katechismusmilch” (Straßburg 1645, II, 267) und bei S. v. Butschky 1677 in „Pathmos” (S. 375) nachweisbar, wo das Wort „Onaniterey” angeführt wird.
Artur Streich, Ing., Berlin