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In seinem Aufsatz „Ergänzungen zur Lehre vom Analcharakter” gibt Abraham1 eine Zusammenfassung derjenigen seelischen Eigenheiten und Neigungen, deren Ursprung nach Untersuchungen von Freud und seinen Mitarbeitern in einer Frühzeit der Triebentwicklung gelegen ist, die man als die anale Organisationsstufe der Libido zu kennzeichnen pflegt. Dieser Begriff deckt bekanntlich einen Tatsachenbereich von elementaren Trieberlebnissen, die anatomisch-physiologisch an die Organe, bzw. Vorgänge der Verdauung und Darmentleerung gebunden sind. Die Psychoanalyse ist induktiv wiederholt zu der Feststellung gekommen, daß die auf analem Wege gewonnene Funktionslust einen primitiven, aber oft wesentlichen Beitrag zur Charakterbildung hergibt, meist allerdings nur in ihren „Umwandlungsprodukten” an der Handlungsweise der fertigen Persönlichkeit in Erscheinung tritt.
Die nachfolgenden Ausführungen wollen — abgesehen von der Festlegung des Beobachtungsmaterials selbst — dem Versuche dienen, die genannten Funde der Psychoanalyse an einem konkreten Beispiel zu veranschaulichen. Die Mitteilungen entstammen einer Reihe von Beobachtungen, die sich mir während meiner erzieherischen Tätigkeit an einem ärztlichen Heilpädagogium, und zwar bei der Führung einer Gruppe von durchschnittlich siebzehn- bis vierundzwanzigjährigen Psychopathen, aufdrängten. In der seelischen Struktur des dargestellten