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Die Krisenhaftigkeit der heutigen Erziehung im allgemeinen und der Sexualerziehung im besonderen hat auch die Frage in den Vordergrund gerückt, ob man die Kinder an den Anblick des nackten menschlichen Körpers, genau gesprochen, der menschlichen Genitalien, gewöhnen soll oder nicht. Zwar ist man sich darüber einig, — zumindest in Kreisen, die nicht allzu unmittelbar unter dem Einfluß der Kirche stehen, — daß das sexuelle Heimlichtun unendlich mehr schadet als nützt; zwar besteht auch der redliche und energische Wille, die trostlosen Zustände in der Erziehung zu beheben, aber es existieren zweifellos auch schwere Widersprüche und Hemmnisse innerhalb der Gruppe der Erziehungsreformer, an denen, wie mir scheint, zweierlei Gründe deutlich zu unterscheiden sind: solche subjektiver (individueller) und solche gesellschaftlicher Natur. Der Aufforderung, als psychoanalytischer Arzt einen Beitrag zum Problem der Nackterziehung zu liefern, glaube ich am besten zu entsprechen, wenn ich mich auf die Diskussion einiger grundsätzlicher Schwierigkeiten beschränke, die sich schon mit der Aufstellung des Zieles „Nackterziehung” ergeben.
Zunächst die individuellen Schwierigkeiten. Die Freudsche Trieblehre,