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„Wir Mädchen müssen viel Unrecht ertragen”, hatte mir einmal resigniert eine Schülerin unter ihren Aufsatz gesetzt, und diese Worte fielen mir ein, als bei einem Elternabend Frau E. erschien und verzweifelt Klage führte, ihr Mädel sei ärger als zehn Buben. Wie erstaunte die gute Frau, als ich ihren Wortschwall unterbrach und ruhig weitererzählte, was sie mir erst hätte verraten wollen. Und was brachte das fühlende Mutterherz so außer Rand und Band? Folgende Kleinigkeiten, die mir Fridoline E., 13½ Jahre alt, schon längst gebeichtet hatte:
„Ich habe die Gewohnheit, beim Stehen mit einem Fuß auf den anderen zu steigen. Bevor ich am Abend schlafen gehe, setze ich mich auf den Diwan und hutsche mich so lange, bis die Mutter hereinkommt und mich zusammenschimpft. Wenn ich in der Turnhose bin, turne ich immer, bis der Teppich ganz verschoben ist, und wenn wir einen schulfreien Tag haben, gehe ich in den Garten und hutsche mich auf dem Türl, bis es zu quietschen anfängt. Da schimpft mich meine Mutter zusammen. Ich kann auch das Baumkraxeln nicht lassen. Einmal brauchte die Mutter Kirschen und sagte: „Versuch's, vielleicht kriegst du ein paar herunter!” Ich habe wirklich drei Kilo gepflückt. Da sagte ich zur Mutter: „Gelt, es ist doch gut, daß