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Wie stark psychoanalytische Gedankengänge befruchtend auf das gesamte Gebiet der Sexualwissenschaft gewirkt haben, zeigte der Internationale Kongreß für Sexualforschung in Kopenhagen, gleichzeitig Gründungsversammlung der Weltliga für Sexualreform. Der Kongreß beschäftigte sich an vier verschiedenen Tagen mit verschiedenen allgemeinen Themen zur Sexualreform, Sexualpädagogik, Geburtenregelung und Sexualgesetzgebung. Die Vorträge des ersten Tages waren und äußerten sich, soweit sie sich nicht mit reinen Organ- und therapeutischen Fragen beschäftigten, oder wie etwa der Vorfrag Johanna Elberskirchens, der in seiner Auswirkung ein ausgesprochen pädagogischer Vortrag war, grundsätzlich antiklerikal. Die harten Widerstände, welche von den religiösen Organisationen der Welt einer wissenschaftlichen Sexualreform entgegengesetzt werden, veranlassen die Sexualreformer, offenbar mehr und mehr sich klar und aktiver gegen alles konfessionell Eingestellte abzugrenzen im Gegensatz zur bisherigen Einstellung, in der sich die Abkehr vom Konfessionellen rein sachlich aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen und dem rein wissenschaftlichen Denken ergab. Magnus Hirschfeld hat seinen Vortrag vollständig dieser Auseinandersetzung zwischen konfessioneller Sexualordnung und der von ihm als biologisch bezeichneten Sexualregelung gewidmet. An Hand der zehn Punkte der Weltliga zeigt Hirschfeld an akuten Problemen die Behinderung des Fortschrittes, die durch dogmatische konfessionelle Auffassung bewirkt wird: die mangelnde Anerkennung der völligen Gleichwertigkeit, wenn auch Andersartigkeit der Frau, die Schwierigkeiten in der Frage der Ehescheidung, der Geburtenregelung, der eugenischen Beeinflussung der Nachkommenschaft, der Anerkennung der unehelichen Mutterschaft und der Gleichberechtigung des unehelich geborenen Kindes, in dem Fehlen der vorurteilsfreien, rein sachlich wissenschaftlichen Beurteilung der von Hirschfeld als intersexuellen Varianten bezeichneten sexuell abartigen Männer und