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Die unglückliche Schreiberin dieser Kindheitsgeschichte war in der Zeit vor ihrem Selbstmord, wie gesagt, mit der Aufzeichnung ihrer späteren Mädchenzeit beschäftigt. Diese späteren Blätter waren nach Angaben der Angehörigen nicht aufzufinden. Da ich aber von Zeit zu Zeit Gelegenheit hatte, in sie Einsicht zu nehmen, kann ich wenigstens den Allgemeincharakter des verlorengegangenen Manuskripts in der Erinnerung rekonstruieren. Das Unglück (wohl auch ein unbewußtes Leidenwollen) verfolgte die Dulderin auch in ihrem zweiten Lebensjahrzehnt. Die in den obigen Kindheitserinnerungen erwähnte Schwester heiratete bald einen Mann aus einer Hochgebirgsgegend. Hiedurch war es der Schreiberin ermöglicht, zum ersten Mal eine Reise und dazu gleich in eine Prachtlandschaft zu unternehmen. Unvergeßlich bleibt mir die Schönheit und die Treue, mit der sie Landschaften und Naturereignisse beschreiben konnte. Ich sah in diesen Zeilen die Ansätze zu einer vielleicht nicht unbedeutenden literarischen Laufbahn. Eine nicht sehr liebevolle Schwester, ein gar zu sehr lieben wollender Schwager (der offenbar geistig abnorm war), vergifteten aber auch die von Naturgenuß, Kunst und Literatur bereits verschönten Lebensjahre und die materielle Not der Familie zwang das junge Mädchen zur Aufgabe aller geistigen