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Über Elternfehler zu schreiben, heißt dies nicht ein gefährliches Pandorafaß öffnen und ein garstiges Geistergesindel heraufbeschwören? Gelingt es uns, auf knappem Raume in der wilden Walpurgisnacht elterlicher Irrungen Ordnung zu schaffen? Sehen wir uns nicht vor die Wahl gestellt, entweder durch Banalitäten zu langweilen, oder durch Aufdeckung der unbewußten Hintergründe zu entsetzen, jedenfalls aber durch eine lückenhafte Darstellung Mißbehagen zu hinterlassen?
Der Publikationsort unserer Untersuchung hebt uns über manche Schwierigkeiten hinweg. Nur insofern haben wir uns mit den Elternfehlern zu befassen, als die Psychoanalyse ein neues Licht auf sie wirft. Das zu bearbeitende Gebiet ist noch immer ungeheuer weitläufig; denn es gilt, nicht nur die Maulwurfsgänge nachzuweisen, durch welche unzweckmäßiges elterliches Verhalten die Fluren der Zöglingsseele schädigt, sondern auch, für Wesen und Ursprung jener erzieherischen Mißgriffe mit Hilfe der Freudschen Tiefenpsychologie Verständnis zu gewinnen.
Einigen wir uns zunächst über den Begriff der Elternfehler! Er ist so relativ als nur möglich. Maßregeln, die sich gegenüber manchen Zöglingen aufs beste bewähren, erweisen sich gegenüber anderen als verhängnisvoll. Die analytisch belehrte Pädagogik sah sich gezwungen, jenem Methodismus, der mit allgemeinen Rezepten arbeitete, weil er die Schleichwege des Unbewußten im Zögling nicht kannte, den Krieg anzusagen.1 Ohne genaue