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Es handelt sich um ein siebenjähriges Mädchen, nennen wir es Ruth, das vor seinem Eintritt in die Behandlung ein Vierteljahr lang die erste Klasse der Volksschule besucht hatte. Nach dem Bericht der Lehrerin fiel das Kind von Anfang an unter den anderen Schülern stark auf durch seine schlechte Disziplinierbarkeit, seinen Trotz, hochgradige Konzentrationsunfähigkeit und Zerfahrenheit, geringe Leistungen in allen Fächern, Unverträglichkeit, Lutschen an einer Hand und Kauen des Taschentuches, unfreie, gespannte Bewegungen. Die Lehrerin gab sich alle erdenkliche Mühe mit dem Kind, aber dieses wirkte derart störend auf den Schulbetrieb, daß sie den Versuch aufgeben mußte, es in der Klasse zu behalten.
Nach den Mitteilungen der Eltern hätte sich ihr Töchterchen bis zum dritten Jahr normal entwickelt. Von diesem Jahr an habe es jeweils kurze Zeit nach dem Zubettegehen furchtbar aufgeschrien und dann lange Zeit geweint. Es soll auch am Tag unruhig gewesen sein. Es machte alle möglichen dummen Streiche, zerstörte dabei viele nützliche Gegenstände. Es wollte nicht spielen wie andere Kinder, wollte vor allem nicht spielen mit solchen Kindern, die ihm überlegen waren. Aus der Kleinkinderschule kam es zu spät nach Hause. Strafen bewirkten das Gegenteil des Beabsichtigten. In der Schule wütete es, schlug und kratzte die Lehrerin. Die Reingewöhnung in den ersten Jahren sei leicht vonstatten gegangen. Keine Auffälligkeiten in dieser Hinsicht. Bis ins siebente Jahr hinein schlief das Kind in einem eigenen Bettchen im Schlafzimmer der Eltern.
In unserem Heim bot die Kleine mehrere Monate lang genau das Bild, das die Lehrerin von ihr gezeichnet hatte. Sie war ein Kind, von dem man auf den ersten Blick den Eindruck bekam, daß man nichts anfangen könne mit ihm. Ein hellblondes, überaus fahriges, zappliges Ding, das meist dreinschaute wie ein wildes Kätzchen, nur viel unruhiger, unsteter; aber auch die Krallen stellend und beißlustig wie ein wildes Kätzchen. Gar nicht das Bild, das man sic