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Schon die Großeltern sangen es, als die Eltern in den Windeln lagen, aber sicher haben sie sich ebensowenig dabei gedacht wie die Mütter und Ammen, die es heute singen. Es soll auch gar nichts gedacht werden bei dem kleinen Verschen, dessen vollständiger Text lautet:
Eia popeia, schlag's Gickele tot!Es legt mir kein' Eier und frißt mir mein Brot.
Ja man kann behaupten, dies Liedchen läuft dem Denken so zuwider, daß es nie entstanden wäre, wenn der, so es zuerst sang, den Text erdacht, ergrübelt und nicht ersungen hätte. Wir werden sehen warum.
Hat dies Liedchen denn überhaupt einen Sinn? Gewiß. Nur scheinen zunächst, wenn wir uns auf den wörtlichen Sinn einstellen, einige pädagogische Bedenken angebracht. Hier wird ja, wenn auch unter lieb beschwichtigendem Singsang, an die Adresse eines kleinen Menschleins die Ankündigung eines sehr rohen Aktes gerichtet. Was soll das heißen, ein schreiendes Kind durch die Mitteilung beruhigen zu wollen, daß wer umgebracht wird — und sei es auch nur das Gickelchen, das Gockelchen! Woher dieser Widersinn zwischen Zweck und Wortbedeutung?
Zum Glück, so wird man einwenden, versteht es ja das kleine Wurm nicht. Und wir können getrost hinzufügen, der Sänger versteht es auch nicht. Verstünde er seinen Text, so würde er merken, daß ihm da sein Unbewußtes einen schlimmen Streich gespielt hat.
Wir werden gleich Licht in die Angelegenheit bringen, wenn wir nach unserem bekannten Rezept verfahren, dunkle Redewendungen nach zwei Richtungen hin zu untersuchen: nach dem wörtlichen Inhalt und nach der verborgenen Bedeutung, nach manifestem und latentem Sinn.
Nun, bei welcher Gelegenheit singt man denn das Eia popeia? — Ein Kind schreit. Ein Erwachsener kommt hinzu. Seine erste, unverfälschte Reaktion? — Er ärgert sich. Den Ärger zu beseitigen, beseitigt man womöglich dessen Anlaß. Radikal, wie die Logik des unbewußten Trieblebens ist, wäre damit dem schreienden Wurm das Todesurteil gesprochen. Ärgert dich dein Auge, so reiß es heraus! Ärgert dich ein s