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Ein Anklagebuch, das mit wuchtigem Axthieb gegen den morschen Baum der Anstaltserziehung ausholt. Sein Verfasser, bezw. Herausgeber, der mutige Peter Martin Lampel, konnte nichts Besseres tun, als die unfreiwilligen Objekte dieser sogenannten Erziehungsmaßnahmen selbst reden zu lassen. Denn die derb-ehrlichen Berichte, Hilferufe, Bekenntnisse einer großen Zahl von Fürsorgezöglingen wirken eindringlicher als alle theoretischen Auseinandersetzungen!
Den Pädagogen, der durch psychoanalytische Erkenntnisse aufgerüttelt, um eine grundsätzlich neue Gesinnung im Erziehungswesen kämpft, stellt dieses Buch vor keine unerwarteten Probleme. Aber soweit er nicht selbst hinter die oft blank gescheuerte Fassade unserer durchschnittlichen Fürsorgeeinrichtungen blicken durfte, wird er in diesen Dokumenten weitere wertvolle Anregungen und Bekräftigungen seines Tuns finden können.
Daß der durch soziale Not, Unredlichkeit und gesellschaftlichen Aberglauben geknebelte Trieb auf anderen Ebenen sich austoben muß, daß er Erzieher und Zöglinge unter dem Deckmantel der „Fürsorge” in sado-masochistischen Orgien vereinigt und die angeblich erstrebte Besserung der jugendlichen Außenseiter sich selbst ad absurdum führt, wenn durch vorbildliche Gewalttat das negative Ideal des kühnen Verbrechertums gewissermaßen gesetzlich beglaubigt wird, gehört zum festen Bestande unseres Wissens. Um so mehr ist es zu begrüßen, daß auch von „unvoreingenommener”, nicht-analytischer Seite, diese aus wirklichkeitsnaher Beobachtung gewonnenen Einsichten in der knappen Sprache der Tatsachen den Weg zur Öffentlichkeit nehmen.
Ebenso dürften sich dem spezieller interessierten analytischen Psychologen manche dieser charakteristischen Selbstzeugnisse tiefer einprägen. Ich erwähne nur die darin häufiger anzutreffenden Onanie-Schuldgefühle, die das naive Gehirn dieser „Verwahrlosten” mit beängstigenden Vorstellungen und Reuegedanken drückt, oder einen so kernigen Liedrefrain, den man beinahe als Leitmotiv an die Spitze d