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Aus dem reichen Inhalt dieses Heftes rührt die Arbeit von S. Morgenstern unmittelbar an die Frage der psychoanalytischen Pädagogik. Ein 7jähriges Kind hört eines Tages auf zu sprechen. Zur Zeit als die psychoanalytische Behandlung beginnt, hat der Knabe ein Jahr lang seinem Vater gegenüber und vier Monate überhaupt geschwiegen. Die Beobachtung und spätere Behandlung wird in einem Heim von einer psychoanalytisch geschulten Pädagogin durchgeführt. Die Analyse begann am 4. November. Am 23. Januar sprach das Kind zum ersten Male wieder, und es zeigte sich außerdem, daß es auch seine übermäßige Scheu und Furcht vor der Umwelt verloren hatte. Auch dem Vater, auf den sich seine Furchtgefühle im wesentlichen konzentriert hatten, trat es jetzt offen und ohne Scheu gegenüber. Am 28. Februar konnte das Kind als völlig geheilt aus der Analyse entlassen werden.
Ein spezielles Interesse verdient aber dieser Fall nicht nur wegen der überraschend schnellen Heilung einer so schwerwiegenden Störung, sondern vor allem wegen des Weges, der hier eingeschlagen wurde. Die ganze Analyse wurde ausschließlich an Hand von Zeichnungen des kleinen Jacques durchgeführt, ohne daß das Kind anderes tat, als die Deutung seiner Zeichnungen durch die Analytikerin anzuhören und Zustimmung oder Ablehnung dazu kundzutun. 31 dieser Kinderzeichnungen liegen der Arbeit bei. Sie sind erschütternd durch die Unmittelbarkeit, mit der sie alle schmerzlichen und gegen Ende der Analyse frohen Gefühle des Kindes ausdrücken, ohne daß hier etwa von einer besonderen Begabung gesprochen werden kann. So kann der Pädagoge durch diesen Fall nicht nur von der Notwendigkeit der psychoanalytischen Orientierung überzeugt werden, sondern auch von der Notwendigkeit, die Ausdrucksformen, die dem Kinde außer der Sprache noch zur Verfügung stehen, so ungehemmt wie nur irgend möglich zur Entfaltung kommen zu lassen.
Lizi Bonwitt-Hepner