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Das I. Kapitel („Elternfehler bei der Erziehung des Individualcharakters”) erschien in Heft 5/6, das II. und das III. Kapitel („Elternfehler bei der Erziehung des Sozialcharakters”, „Elternfehler in der Wahl und Anwendung einzelner Erziehungsmaβregeln”) in Heft 7.
Eine richtige Sexualentwicklung ist nur innerhalb einer gediegenen Gesamterziehung möglich. Wer da glaubt, mit ein bißchen Aufklärung und viel gouvernantenhaften Warnungen auszukommen, begeht einen schweren Irrtum. Ernste Schädigungen des Sexuallebens pflegen das ganze übrige Leben aufs stärkste zu beeinflussen, und eine gesunde ethische Allgemeinerziehung kommt meistens der Entwicklung der Geschlechtlichkeit und Liebe in hohem Maße zugute. Allein, wenn arge Verstöße auf letzterem Gebiete eingetreten sind, vermag die tüchtigste Erziehung aller übrigen Lebenstendenzen den Schaden oft nicht gutzumachen. An der einen Klippe zerschellt das ganze Lebensschiff.
Was für ein Unglück sexuelle Fehlentwicklung bedeuten kann, machen sich viele Eltern nicht klar. Wenn sie aber wüßten, wie schwer viele Homosexuelle, Sadisten, Masochisten, Fetischisten und andere Perverse leiden, und wenn sie ahnten, wie eng verkehrte Liebeswahl und Unfähigkeit zur Gatten-, Menschen- und Gottesliebe, schwere Gemütskrankheiten und sogenannte Nervenleiden mit der sexuellen Erziehung zusammenhängen, sie würden erschrecken über die Gleichgültigkeit, mit der so oft das enorm wichtige Gebiet behandelt wird.
Ziel der richtigen Sexualerziehung ist diejenige Entwicklung der Geschlechtlichkeit, welche einerseits der höchstmöglichen sittlichen Geistesausbildung,