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Die Psychoanalyse ist in der ärztlichen Praxis entstanden. Aus der Arbeit am Krankenbett erwuchsen die grundlegenden Erfahrungen, daß Krankheiten aus seelischen Ereignissen entstehen können und durch seelische Behandlung geheilt werden können. Nicht mit einem Schlag entsprang eine geniale Theorie aus dem Gehirn eines Schreibtischmenschen autistisch — um Bleulers Wort zu gebrauchen. Sondern in der Arbeit mit der Außenwelt, im ständigen Ringen des Arztes mit dem Kranken um
jeden Fußbreit Genesung sammelte Freud Erfahrung auf Erfahrung, die sich nur langsam ordneten.
Zuerst das sich immer wiederholende Schauspiel: Die psychogenen Erkrankungen entstehen aus seelischen Konflikten, die nur scheinbar dadurch erledigt sind, daß der kranke Mensch sie sich zur Seite schiebt, verdrängt. Aus dem Unbewußten aber drohen seine Folgen, „die eingeklemmten Affekte”, hervor; dem Kranken unkennbar, suchen sie Ausdruck in der Maske der Symptome, der Träume, der Fehlhandlungen. In der Behandlung wird der Konflikt aktualisiert, wird bewußt, muß bewußt gemacht werden, um zu Ende gekämpft zu werden.
In diesen Arbeitsbereich Freuds möchte ich einführen. Aber untrennbar mit den Beobachtungen ist die Beobachtungsmethode. Auch hier kein geniales, sogenanntes intuitives Erfassen des Kranken, sondern eine streng wissenschaftliche Methode. Stets werden die Aufklärungen über das, was der Patient zu tun hat, um die Behandlung zu ermöglichen, mit den gleichen Worten gesagt, stets wird ihm die gleiche Haltung vorgeschrieben, stets nimmt der Analytiker die gleiche Stellung ein. Und jeder Patient reagiert nach seiner Weise darauf, die uns bereits viel über seine Wesenheit sagen kann, eine Typisierung ermöglicht. Und indem wir weiter Freuds Methodik folgen, häufen sich vergleichbare Beobachtungen, die uns immer tiefer und tiefer zuerst in das Wesen der Symptome hineinsehen lassen, der kleinen, wie Symbolhandlungen, der Träume, und schließlich der großen, der Krankheitserscheinungen, deren Qual die Patien