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Obwohl die Spannung zwischen Freud und den Lebenden so intensiv ist, daß sie als geschichtliche Wirkung zutage tritt, obwohl der Name Freud weltberühmt ist und kaum eine Zeitung oder Zeitschrift erscheint, in der seine Lehre nicht erwähnt, lächerlich gemacht, „überholt” oder anerkannt wird, ist das tatsächliche Wissen über Psychoanalyse gering. Das Psychoanalytische Institut wird in einem Einführungskurs die Grundlagen der Psychoanalyse verständlich vortragen lassen, in einem Kurs, in dem Angehörige aller Fachgebiete, Ärzte, Soziologen, Pädagogen, Erzieher, sich über die historische Entwicklung der Lehre Freuds und ihre Bedeutung für den modernen Menschen unterrichten können. Es wird sich um eine Darstellung handeln, die von der psychologischen Situation ums Jahr 1880 ausgeht, als Breuer seine berühmt gewordenen hypnotisch-kathartisehen Heilversuche bei der Hysterie machte. Vor dem geistigen Auge sollen vorüberziehen Freuds erste Entdeckungen: die Bedeutung des Affektlebens, die Wichtigkeit der Unterscheidung von unbewußten und bewußtseinsfähigen Akten, der entscheidende Fund der Existenz psychischer Konflikte bei Entstehung von Neurosen, Freuds Untersuchungen, die es ermöglichten, die Verdrängung, den Widerstand und die ätiologische Bedeutung des Sexuallebens klarzustellen. Die Phänomene der Fehlleistung und des Traumes, deren Verständnis den Ausbau einer Seelenkunde und einer Trieblehre des Normalen und des seelisch Kranken bewirkte, werden besonders besprochen werden; sie sind viel diskutiert, aber wie der „Krankheitsgewinn” und „die Flucht in die Krankheit” oft mißdeutet worden. Die historische Darstellung der Freud'schen Lehre kann hier manches Vorurteil berichtigen, wie z. B. die Annahme, daß es sich bei Freuds Lehre um einen Pansexualismus handle; auch manche moderne Situation soll beleuchtet werden, z. B. die Tatsache, daß eine Reihe wissenschaftlicher Disziplinen gegenwärtig mit Freuds Ideen durchsetzt werden. Bei der Beziehung der Anwendung der Psychoanaly