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Die kleine Erna, lange Zeit eine der besten Schülerinnen, zeigt plötzlich eine auffallende Abnahme des Fleißes. Die Diagnose eines meiner Kollegen lautet auf „komplette Faulheit”. Doch erscheint diese Faulheit eines Tages in ganz anderem Lichte:
Eines Morgens tritt die Schülerin zu mir und bittet mich um eine neue Geographiekarte (hektographierte Umrißzeichnung, die die Schüler zu bearbeiten haben), da sie die ihrige mit Tusche beschmiert habe. Ich antworte ihr, daß ich in der Schule keine solchen Karten mehr zur Verfügung hätte, wohl aber bei mir zu Hause in meinem Arbeitszimmer, wo sie nach Schulschluß das Verlangte in Empfang nehmen könne.
Nach Schluß des Unterrichtes erscheint nun nicht die fragliche Schülerin, sondern eine ihrer Klassengenossinnen, welche mich nun im Auftrage der ersteren um eine Karte für diese bittet. Auf meine Frage, ob denn Erna nicht Gelegenheit hätte, selbst zu mir zu kommen, da ihr Schulweg doch an meiner Behausung vorbeiführt, vernehme ich, daß Erna seit zirka einer Woche nicht mehr in ihrem Elternhause wohne, sondern bei Verwandten in einem benachbarten Orte. Den Grund zu dieser Dislozierung