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Eine Besprechung des vorliegenden Werkes wird vornehmlich jene Arbeit berücksichtigen müssen, die das Verhältnis von Psychoanalyse und Pädagogik beleuchtet. Vorerst jedoch einige Worte zu Gehalt und Ziel im allgemeinen:
Prinzhorn plante, „einmal eine Heerschau über die Hauptgedanken der psychoanalytischen Lehren” abzuhalten. Er hat für diese Heerschau „Generale” mobilisiert, die nicht „Vereins-Analytiker” sind, d. h. also Kritiker, die selber nicht der Freudschule angehören. Damit glaubt der Herausgeber „relativ einheitliche Maßstäbe” für die „Probe” erhalten zu haben.
Wenn er jedoch anschließend in der Einleitung zugesteht, daß „jeder Einzelne in erster Linie für sein Fachgebiet einsteht … und jedem die Anregung seitens der Psychoanalyse ‚von außen’ kam”, so steigen schon vor der Lektüre des Buches berechtigte Zweifel in bezug auf die versprochene Einheitlichkeit auf, Zweifel auch in bezug auf die Stringenz der Urteile, da ja nach dem Postulat der Psychoanalytiker — und nach den eigenen Worten eines der Kritiker — „wirkliche Einsicht in die Psychoanalyse nicht durch die Übermittlung von Wissens inhalten” geschieht, „sondern durch eine Beanspruchung des bewußten und des unbewußten Anteils der eigenen Person” (S. 265). Diese Beanspruchung der unbewußten Person ist die Analyse selbst, ist die Anregung seitens der Psychoanalyse „von innen”.
Hier ist der Drehpunkt, auf dem die Kritik dieses Sammelwerkes stehen muß. Man stelle sich eine Heerschau durch Generale vor, die „von außen” kommen (also z. B. vom Handwerk, vom Schreibpult, oder gar von der Kanzel usw.), die die Prüfung der Armee abnehmen und dabei schließlich zur Erkenntnis gelangen, man müßte selbst Soldat sein, müßte selbst vom Soldaten aufwärts im Heere gedient haben, man müßte „von innen” kommen, um wirkliche Einsicht zu gewinnen. Wer wollte nach einem solchen Zugeständnis einem weiteren Urteile Wert beimessen? — Jedenfalls wird hernach jeder Wert sehr relativ werden, auch dort, wo dem Urteil der Anschein der Ob