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In Nr. 11 vom 14. März 1929 der „Wochenschrift für katholische Lehrerinnen, Organ des Vereins katholischer deutscher Lehrerinnen” befindet sich folgende Protesterklärung:
„Vor einigen Wochen wurde an badische Lehrer und Lehrerinnen ein Probeheft der ‚Zeitschrift für psychoanalytische Pädagogik’, Verlag Wien, I., versandt. Herausgeber sind Dr. Meng, Arzt in Frankfurt a. M. und Univ. Prof. Dr. Schneider, Riga. Als Mitarbeiter sind Mediziner aus allen europäischen Großstädten genannt. Und Prof. Dr. Freud schrieb den Herausgebern: ‚Sie verpflichten durch diese Schöpfung einen großen Kreis von Menschen zu Dank.’ Nach eingehender Lektüre und Prüfung sämtlicher Abhandlungen des Probeheftes können wir dem obigen Urteil Freuds nicht nur nicht zustimmen, sondern müssen gegen einen großen Teil des Inhalts als Pädagogen und als Menschen, die das natürliche Sittengesetz noch anerkennen, aufs entschiedenste protestieren.
Wir erklären deshalb folgendes:
Die Psychoanalyse kann für uns Pädagogen als angewandte Wissenschaft deshalb noch nicht in Frage kommen, weil sowohl Anwendungen wie Erfolge noch viel zu problematisch sind und weil ihre Anhänger selber erklären: ‚Wir sind noch nicht in der Lage, den erzieherischen Wert der Psychoanalyse genau zu umschreiben; ‚wir können auch noch keine praktischen Vorschriften im einzelnen für die Erziehung geben.’ Dr. Ferenczi, Budapest.
Freuds Pansexualismus, der alle seelischen Äußerungen aus dem Geschlechtstrieb erklärt, lehnt die christliche Psychologie ab. Wir gehen hierin einig mit bedeutenden Autoritäten auf dem Gebiet der Psychiatrie, den Univ. Prof. Dr. Bumke, München, Oppenheim, Berlin, und Hoche, Freiburg.
Als eine Entartung übelster Art und einen unerhörten Angriff auf die Ethik und christliche Sittenordnung betrachten wir es, wenn unter dem Deckmantel der Wissenschaft in den einzelnen Abhandlungen der obengenannten Zeitschrift das Gewissen als etwas Relatives bezeichnet und der freie Wille des Menschen in Frage gestellt wird; oder wenn im