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Der Ursprung jenes zentralen religiösen Phänomens, des Gebetes, ist dunkel. Lange hatte die Religionswissenschaft angenommen, daß es aus dem Ritual, der Zauberei und aus magischen Praktiken erwachsen sei. Es scheint, als würde sich eine bedeutsame Änderung dieser Anschauung in der modernen Religionsgeschichte vorbereiten. Zumindest versichert Friedrich Heiler, dem wir die umfassendste Arbeit über das Gebet verdanken1, das spontane freie Bittgebet des naiven Menschen sei „ein Nachhall jenes Urgebetes, das einst — wir wissen nicht, wo und wann — von den Lippen des vorgeschichtlichen Menschen sich losriß und den Gebetsverkehr zwischen dem Menschen und der Gottheit eröffnete”.
Einer der besten Zugänge, etwas über das Wesen eines psychischen Phänomens zu erfahren, ist noch immer der, seinem Ursprung und seiner Entwicklung nachzuforschen. Dies stand zumindest noch bis vor kurzem fest. Bestimmte philosophische und erkenntnistheoretische Richtungen der letzten Jahre haben gegen diese Ansicht, die sie als Vorurteil bezeichnen, das Argument der Begrenztheit