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Wenn man Eltern aus gut bürgerlichen Kreisen fragt, wie sie zu ihren Sprößlingen stehen, wird man fast immer zur Antwort erhalten: „Ausgezeichnet! Wir hängen mit großer Innigkeit an ihnen und sie an uns.” Leider haben verschiedene autobiographische Berichte aus der Literatur sowohl, wie vor allem aus meiner psychoanalytischen Praxis, Erzählungen durchwegs von sogenannten heißgeliebten Kindern, mich an der Wahrheit jener angeblichen Tatsachen zweifeln gelehrt. Hier einige Proben:
Von einem in Deutschland vielgelesenen Autor Hermann Löns, erzählt sein engster Freund und Lebensbeschreiber Knottnerus Meyer („Der unbekannte Löns,” Eugen Diederichs Verlag in Jena 1928, S 75.) folgenden Ausspruch: „Meine Mutter, die verstand mich, hat alles für mich getan … Und doch hat gerade sie mir den größten Schmerz meines Lebens zugefügt; allerdings ohne es zu ahnen. Sie schwärmte einmal wieder so für das Heidekraut. Es war harter Frost und