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Bettnässen (Enuresis) ist eine der Erscheinungen, mit denen es der Kinderarzt am häufigsten zu tun hat. Man hat dieses Symptom mit der kindlichen Onanie in Verbindung gebracht, ebenso mit dem Kastrationskomplex. Andererseits sind wir auf Fälle gestoßen, die von einem Regressionszustand beherrscht zu sein schienen, d. h. von einer Sehnsucht nach der frühen Kindheit und dem Verlangen, in diese glückliche Zeit zurückzukehren, wo man jede Nacht der Gegenstand zärtlichster Fürsorge war. Wir haben (bei James1) dieses Symptom angetroffen in Verbindung mit Somnambulismus, Angst vor Gespenstern — lauter Störungen, die in ihrer Art dieselbe Sehnsucht darstellten. Bei dieser Gelegenheit ist zu bemerken, daß die Analyse eines physischen Symptoms erleuchtet werden kann, wenn es von einem psychologischen Symptom begleitet ist, dessen Deutung schon feststeht. Hier möchte ich noch eine persönliche Beobachtung hinzufügen. Eine Enuresis, um deretwillen man mir ein Kind zugeführt hatte, war begleitet von einem intellektuellen und einem affektiven Symptom. Beiden maß man nicht viel Bedeutung zu, weil sie viel weniger lästig waren. Aber für die Analyse waren sie sehr lehrreich.
Das Kind, Claude, ein siebenjähriger Knabe, artig, begabt, zärtlich, ein wenig scheu, zeigte außer der Enuresis die folgenden zwei leichten Störungen:
Es verursachte Claude viel Mühe, anständig zu schreiben, obwohl er sonst in der Schule gut mitkam. Man mußte ihm Nachhilfestunden im Schreiben geben lassen — ohne Erfolg. Die Schwierigkeit erstreckte sich hauptsächlich auf das große C.
Claude wollte, daß seine Mutter oder das Kindermädchen am Abend an seinem Bett sitzen blieben. Wenn dieser Wunsch nicht erfüllt wurde, gab es einen regelrechten Verzweiflungsausbruch.
Im zweiten Zug erkennt man unschwer das Verhalten des Kindes, das die Säuglingsrolle wieder spielen möchte und bei dem die Sehnsucht nach der frühen Kindheit danach strebt, eine Regression zustandezubringen (wie bei James).
Gelegentlich der Besprechung der S