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Glaeser wirft der Psychoanalyse vor, sie sei „oft recht verworren und widerspruchsvoll”. Jedoch wenn je, so fliegt hier der abgesandte Pfeil auf den Schützen zurück. Das Buch ist voller Widersprüche, man kann es den Pädagogen kaum empfehlen.
Beginnen wir mit dem — übrigens verwerflichen — Grundgedanken: „Die Machtwirkung … muß uns als die wertvollste und fruchtbarste Form erzieherischen Wirkens erscheinen.” Diesem apodiktischen Satze steht jene Behauptung — mit der er sich nicht verträgt — gegenüber: … die „tiefste und reichhaltigste Beziehung” ist die Liebe, „im Geliebtwerden wird zweifellos die letzte und tiefste Erfüllung, die weit mehr befriedigt als das Beachtet-, Geachtet-, Bewundert-, Verehrtwerden,” gefunden.
Ein weiterer Widerspruch: … „jeder Machteinfluß, der die Geltung des Kindes verletzt, ist gefährlich und wirkt zerstörend und mißbildend.” Wie soll dies möglich sein? Dieselbe Machtwirkung, derselbe Machteinfluß ist einmal die „wertvollste und fruchtbarste Form” und wirkt das andere Mal „zerstörend und mißbildend”? Denn darüber sind wir uns doch klar, daß schließlich jeder erzieherische Macht einfluß des Kindes Geltung beschränkt, verletzt. Eine neue Verworrenheit beschwört der Verfasser herauf, wenn er im Widerspruch mit dem verlangten unbedingten Nichtverletzen der Geltung des Kindes plötzlich wieder die Geltung, „die mit der Notwendigkeit des Gebildet- und Geführtwerdens unvereinbar ist”, verwirft und bei Anerkennung durch den Erzieher letzterem Machtabhängigkeit vom Kinde prophezeiht.
Machtverhältnisse zwischen Erzieher und Zögling sind für den Verfasser gleichbedeutend mit Willensverhältnissen. Damit aber, was er über die „Willensbrechung als ein förderliches Mittel” und was er über das „reinigende kräftige Gewitter” sagt, kann sich der psychoanalytisch orientierte Pädagoge keinesfalls einverstanden erklären. Wir sind nicht für besondere Züchtung von Machtwirkungen, die jene hochgespannte Atmosphäre schaffen, die man dann durch Gewaltakte und „Gewitte