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Im Jahre 1910 war aus dem kleinen Kreise persönlicher Anhänger Freuds schon ein internationaler Verband mit Kongressen und einem Jahrbuch als Publikationsorgan entstanden.
Die neuen Erkenntnisse erfaßten immer weitere Probleme jenseits der Neurosenforschung. Mehrfach wurden Themen der Pädagogik und Soziologie noch tastend zur Diskussion gestellt. Zwei dieser Diskussionen über „Onanie” und über „Schüler-Selbstmord” wurden veröffentlicht; spätere dienten nur mehr der Sicherung der gemeinsamen Basis trotz der Sonderung der einzelnen Arbeitsrichtungen.
Liest man die damalige Diskussion, so staunt man, wie schnell die neuen, überraschenden Funde zum Bestand der Psychoanalyse geworden sind, wie viel seither gewonnenes Wissen schon angedeutet zu erkennen ist. Freilich, Gemeingut wurden sie erst später durch die meisterhafte Formulierung seitens des Meisters. Hingegen überrascht die Distanz von Damals zum Heute in Bezug auf die allgemeinen Ansichten über die öffentliche Schule und über die Forderung, die an die Schule zu stellen sind. Das gesamte Publikum, die gesamte öffentlichkeit ist heute psychoanalytisch beeinflußt. Niemandem fiele heute ein, das Verhältnis von Lehrer und Schüler, wie es damals als selbstverständliches galt, zu verteidigen. Charakteristisch dafür ist, daß der damalige Vertreter der Lehrer seinen Beitrag zur Diskussion nicht mehr aufrecht erhält; und doch war er einer der Vorgeschrittenen der Zunft, sonst hätte ihn nicht sein Interesse zur Psychoanalyse geführt. Dementsprechend hätte heute kein Einsichtiger den gleichen Anlaß wie damals, die Schule anzugreifen, so wenig vollkommen die als richtig erkannten Prinzipien durchgeführt sind. Auch steht Dank der Erkenntnis, daß die Entwicklung des