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„Was mich heute zu Ihnen führt, sind folgende Fragen. Ich möchte gerne wissen, ob Selbstmord ein Zeichen von Krankheit ist oder ob bei richtigem Verhalten der Angehörigen Selbstmorde vermeidbar sind, insbesondere, ob die Erziehung etwas dagegen vermag. Sind, wenn Selbstmorde bei den Vorfahren verhältnismäßig häufig stattfanden, ihre Nachkommen mit Selbstmordneigung belastet? Können auch solche stärker bedrohten „Selbstmordfamilien” durch Maßnahmen (und von welcher Art?) geschützt werden?”
„Sie erzählen mir vielleicht den Anlaß, der Sie zu all den Fragen kommen läßt. Ich kann, daran anknüpfend, meine Antwort besser verständlich machen.”
„Mein Vetter Z. — Sie kannten ihn nicht — erschoß sich vor kurzem. Er war 36 Jahre alt, ein begabter Jurist, er hatte mit Auszeichnungen seine Prüfung gemacht, konnte sich allerdings nicht entschließen, in die freie Praxis zu gehen, machte kürzlich noch die philosophische Doktorprüfung und arbeitete als Assistent bei dem Philosophen X. Zwei Monate nach dessen Tode erschoß sich mein Vetter; äußere Ursachen sind uns nicht bekannt. Er lebte in guten Verhältnissen und hat niemals geäußert, daß er einen Selbstmord plane.”
„Erzählen Sie bitte, was Sie über das Leben von Herrn Z. wissen.”
„Er war als Kind fröhlich und witzig, ein guter Schüler, nur selten — seelisch gedrückt; wir vermuten, daß der Krieg seine Persönlichkeit gewandelt hat. Er stand im Feld, machte zahlreiche Schlachten mit, war später Lazarettverwalter und erlebte in seinem Lazarett eine schwere Vergiftung mehrerer Insassen. Die Sache ging so zu: er gab Fleischbüchsen aus, kostete auch aus einigen Büchsen; trotzdem brach anschließend an den Genuß des Fleisches eine Erkrankung aus,