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Jede Art von Therapie hat ihre besonderen Gefahrenquellen, die der Behandelnde kennen, ja fürchten muß. Es gibt Chirurgen, die wenig Todesfälle zu beklagen haben, weil sie ablehnen, vorgeschrittene Fälle zu operieren; das ist aber eine Pseudogewissenhaftigkeit; der wirklich gewissenhafte Chirurg riskiert seinen Ruhm und verzichtet auf den Glanz seiner Operationsstatistik, um doch unter den als verloren bezeichneten Fällen wenige noch zu retten. Und, obgleich der Augenoperateur wohl weiß, daß bei aller Vorsicht einzelne Starkranke im Anschluß an die sonst so segensreiche Operation erblinden, wird er auch den komplizierten Fall anzugehen wagen. Das Analogon für den Psychoanalytiker ist die Selbstmordgefahr bei dem zu Behandelnden. Oft, wenn wir von jugendlichen Selbstmorden erfahren, denken wir, daß eine rechtzeitige Psychoanalyse ihn verhütet hätte. Aber andererseits werden wir auch nach relativ gut gelungener Psychoanalyse, mitunter erst nach Jahren von der Nachricht des Selbstmordes erschüttert, und um so mehr, wenn die Psychoanalyse die Lebens- und Freudefähigkeit des Kranken hergestellt hatte. Im Laufe der Jahre macht die Überraschung dem Verständnis Platz, wenn es immer wieder ähnliche Bedingungen sind, die zum Selbstmorde führen, — so verschieden die individuellen Motive sein mögen.
Von Bedingungen, welche die Selbstmordgefahr erhöhen, und die entgegengesetzten,