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In meiner Sprechstunde erscheint eine mir wohlbekannte sehr intelligente und an erzieherischen Fragen stark interessierte junge Frau allein. Sie ist seit 3 Jahren verwitwet; der Gatte, ein Intellektueller von starkem Familiensinn, war einem seltenen Leiden rasch erlegen. Auf die zwei Kinder, die damals 5½jährige Lilly und den 4¼ jährigen Peter hatte das Verschwinden des sehr geliebten Vaters einen überaus tiefen Eindruck gemacht, er wurde lange schwer vermißt.
Der Anlaß zum Kommen der Frau waren Selbstmordimpulse des nun 8½jährigen Töchterchens. Die unmittelbare Vorgeschichte ist folgende: Das Kind hat sieben Oheime. Mancher von ihnen hat sich freundlich genähert, ohne bei dem, wie wir später sehen werden, sehr nachdenklichen Mädchen viel Gegenliebe zu finden. Nur Onkel Leopold, der dem verstorbenen Vater insbesonders auch in der Sprache sehr ähnelt, weiß des Kindes Liebe besonders zu erwerben. Bei des Vaters Tode war er verlobt. Nach 1½Jahren heiratet er. Des Kindes Eifersucht macht sich kaum bemerkbar. Als die Tante sichtlich in der Hoffnung ist, fragt die Kleine die Mutter nach einer Erklärung, die nur unvollständig erfolgt. In dieser Zeit