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Im folgenden lege ich eine Reihe von Briefen vor, die Miß X. geschrieben hat. Zwei dieser Briefe und zwei Notizen wurden in der dem Augenblick vorangehenden Stunde geschrieben, in dem sie den Gashahn aufdrehte und damit ihrem konfliktreichen Leben ein Ende machte. Ich füge auch einen kurzen Abriß ihrer Lebensgeschichte bei, wie er mir von Dr. S., an den die Briefe gerichtet sind, übermittelt wurde. Ein Teil des Materials stammt von persönlichen Zusammenkünften, die ich mit Miß X. in ihrer Eigenschaft als psychiatrische Fürsorgerin hatte.
Sie wurde 1892 in einer Stadt des mittleren Westens geboren. Ihre Eltern waren Deutsch-Amerikaner. Sie war das älteste Kind der Familie und der Liebling ihres Vaters. Die Mutter schien sie um diese Bevorzugung zu beneiden. Miß X. selbst bevorzugte ihren Bruder, der einige Jahre jünger als sie selbst war. Schon in Miß X.'s früher Kindheit ergriff sie jede Gelegenheit, ihre Mutter zu sekkieren und zu ärgern. Sie beschmutzte absichtlich ihre Kleider, raufte mit dem jüngeren Bruder und verweigerte der Mutter den Gehorsam. Sie respektierte nur des Vaters Wünsche.
In der Schule war sie eine hervorragend gute Schülerin. Sie genoß da aber noch besondere Vorteile: ihr Vater war ein Mitglied der Schulbehörde. Nachdem sie die Elementar- und höhere Schule mit guten Noten absolviert hatte, trat sie in ein Hospital ein und bildete sich zur Krankenpflegerin aus. Sie bestand ihre Prüfung mit 21 Jahren. Während dieser Zeit lernte sie Dr. C. H. kennen, an den sie sich innig anschloß. Sie trafen sich heimlich, weil dieses Verhältnis wohl vom Vater gerne gesehen wurde, nicht aber von der Mutter. Als Dr. C. H. sie eines Abends spät nach Hause brachte, machte die Mutter eine solche Szene, daß Miß X. sofort ihre Sachen packte und das Haus verließ in der festen Absicht, es nie wieder zu betreten. Sie arbeitete von da an als Pflegerin in Dr. C's Ordination. Diesen Posten hatte sie 2 Jahre lang inne. In dieser Zeit begannen die sexuellen Beziehungen zwischen b