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Folgenden Traum schrieb mir eine vierzehnjährige, verschlossen aussehende Schülerin (wir nennen sie Gerda) in der ersten Stunde, da ich ihre Klasse übernahm, auf.
„Etwa vor einer Woche hatte ich einen Traum, der mir gewiß immer vor den Augen bleibt.
Ich fuhr mit einem Ruderboot ganz allein auf einem See. Der Himmel war sehr trübe und der See war unruhig. Nicht lange darauf brach ein Gewitter los. Schwarze Wolken überzogen den Himmel. Der See wurde immer unruhiger und warf groβe Wellen dem Schiffchen zu. Eine Angst kam über mich; denn ich konnte mich nicht aus den Wellen retten. In einigen Sekunden schlug der Blitz ins Wasser ein. Die Wellen schlugen haushoch dem Schiffchen zu. Mit groβer Wucht wurde das Schiffchen umgerissen und ich ertrank„.
Als ich den Traum gelesen hatte, vermutete ich, die Schülerin habe Selbstmordabsichten. Ich hatte schon manche ähnliche Kinderträume gelesen, aber der Traum brachte doch noch irgendeine Rettung, oder, wenn er keine Lösung fand, folgte deutliche Flucht ins Erwachen. Hier aber endet der Traum tragisch.
Als Erzieher fühlte ich mich verpflichtet, der Schülerin, wenn möglich, zu helfen. Ich rief sie deshalb in einer Pause zu mir und versuchte, einige Einfälle zum Traum einzuholen.
Zu See kommt ihr in den Sinn: „Ich war einmal in Deutschland. In einem Bergdörflein. Dort hatte ich Angst. Vor zwei Jahren war ich in B. (in der Schweiz), da starben mir beide Pflegeeltern. Da war ich immer allein. Da wurde es mir langweilig.