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Das Mädchen gab mir eines Tages folgende Mitteilung ab: „Gestern war ich mit meiner Schwester allein zu Hause. Meine Schwester sagte: ‚Geh zum Kaufmann und hole ein Brot!’ Ich sagte: ‚Nein!’ Sie sagte wieder: ‚Du mußt gehen, wir haben kein Brot zu Hause!’ Ich hatte einen Zorn und lief davon. Meine Schwester lief mir nach, aber sie erwischte mich nicht. Ich lief zur Schwabbrücke. Ich wollte in das Wasser springen. Da kam meine Freundin und fragte, was ich da will. Ich sagte: ‚Ich will in das Wasser springen.’ Sie sagte: ‚Aber geh, was hast du?’ Ich erzählte es ihr. Die Freundin lief zu meiner Schwester und sagte es ihr. Indessen kam ich schon, und der Vater war auch schon zu Hause. Da bekam ich vom Vater Schläge. Ich lief wieder in das Zimmer und schlug die Türe zu. Dann ging ich heraus, zog mir den Mantel an und wollte fortgehen. Die Mutter fragte, wo ich hingehe, ich sagte: ‚Fort!’ Die Mutter sagte: ‚Du mußt hier bleiben!’ Ich dachte mir, wenn ich noch einmal Schläge bekomme, springe ich in das Wasser.”
So weit die Mitteilung; eine kleine Aussprache mit dem Mädchen brachte folgende Einzelheiten: Die 18jährige Schwester ist bösartig, man kann ihr nichts recht machen, immer will sie was, einmal sollte ihr M. sogar die Schuhe putzen. Sie befiehlt nur, kommandiert, kümmert sich um Sachen, die sie gar nichts angehen, besonders zum Lernen treibt sie immer an. M. folgt ihr aber nicht, macht gerade das Gegenteil von dem, was ihr befohlen wird; einmal hat sie absichtlich ihre Rechenaufgabe nicht geschrieben (obwohl sie eine Rüge zu erwarten hatte). Das Leben daheim ist ihr zuwider, sie möchte am liebsten fort, vielleicht in ein Spital, um sich operieren zu lassen (Weshalb?). Ihr tut nichts weh, sie möchte halt fort, oder die Schwester soll fort in die Fabrik, sie könnte ja verdienen, es fehlt ohnehin daheim das Geld. Mich freut nichts, ich krieg immer so einen Zorn, da könnte ich alles zusammenschlagen. [”Wirst du oft geschlagen?”] „Von der