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Nachstehende Ausführungen sind einem Brief an Herrn Dr. O. Seeling entnommen, Verfasser der Schrift: „Suggestion und Hypnose in der heilpädagogischen Praxis mit besonderer Berücksichtigung des Stotterns”, Verlag Wiegandt und Grieben, Berlin, 1927. Ich erhielt diese Schriftt, die sich pessimistisch über die Erfolge der Suggestionstherapie hinsichtlich des Stotterns äußert, vom Verfasser zugesandt und wurde durch sie zu folgender Rückäußerung veranlaßt.
Sehr geehrter Herr Doktor!
Zunächst möchte ich Ihnen meinen verbindlichsten Dank für die Zusendung Ihrer Broschüre aussprechen. Ich habe sie mit großem Interesse gelesen und dabei noch manches besser verstanden, was Sie neulich im Gespräch mit mir ausführten. Außerordentlich wohltuend berührt Ihre nüchtern sachliche Einstellung. Es ist in der Tat erstaunlich, welch eine heillose Denkverwirrung und Nachlässigkeit der präzisen Gedankenführung in der marktgängigen Literatur über die Probleme der Heilpädogogik auf suggestiver Grundlage herrscht.
Was nun Ihr Spezialproblem des Stotterns anlangt, so bin ich gleich Ihnen der Ansicht, daß Meldungen von wirklichen Dauerheilungen im allgemeinen in das Gebiet der Fabel zu verweisen sind; womit ich jedoch nicht sagen will, daß ich eine Dauerheilung für vollkommen unmöglich halte. Es verhält sich damit so ähnlich wie mit dem Kamel und dem Nadelöhr. Ich glaube zwar nicht, daß die Menschen in einen anderen Himmel kommen, als sie sich selbst hier auf Erden schaffen, aber Tatsache ist, daß es Menschen von wirklicher innerer Glückhaftigkeit gibt, und unter diesen solche, die auf einem langen Wege des Leidens und des Irrens dazu gelangen. Wenn ich nun diese reichlich bildhafte Ausdrucksweise in der Sprache der Psychoanalyse erläutern will, so wäre Folgendes zu sagen: Die Psychoanalyse, soweit sie mit wahrhaftem Ernst betrieben wird, kann nichts anderes im Auge haben als zunächst den ganzen Menschen, und zwar von seinem seelischen Zentrum her. Auf dieser Basis wird man es von vornherein abwe