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Die Psychoanalyse mußte im Zuge der Forschungsarbeit, die sie an den pathologischen und normalen Erscheinungen des Seelenlebens unternahm, auch auf jene Grundhaltungen und Einstellungsweisen stoßen, die nicht vom übrigen Seelenleben abgegrenzt sind, wie wir das an den Fehlleistungen, den Träumen und den Symptomen beobachten, sondern die in das bewußte Seelenleben eingebaut und für dasselbe richtunggebend sind, und die wir als Charakterzüge zu bezeichnen pflegen. Es gelang dabei der Psychoanalyse für eine Anzahl dieser Charakterzüge der Nachweis, daß ihre besondere, eventuell pathologische Ausprägung einer Fixierung der Libido an einer bestimmten erogenen Zone zuzuschreiben sei. Bei solchen Charakterzügen, die als pathologisch anzusprechen sind, ergibt sich dabei regelmäßig der Zusammenhang mit einer erogenen Zone, die die Libido des Erwachsenen normalerweise bereits weitestgehend aufgegeben hat, um sich in der endgiltigen Fassung dem Primat des Genitales zu unterwerfen. Das Festhalten an einer Organisationsstufe der Libido, die normalerweise zu Gunsten einer höhergeordneten verlassen werden soll, bezeichnet die Psychoanalyse als Fixierung auf dieser Stufe. Alle Organisationsstufen der Libido leisten nun Beiträge zur normalen Charakterbildung, so daß im Charakter des Normalen sich Reste sowohl aus der oralen, wie aus der anal-sadistischen und aus der urethralen Phase der Libido finden. Das Kriterium des Pathologischen bildet die das Individuum oder die Gemeinschaft störende besondere Ausprägung eines solchen Charakterzuges. Einem solchen pathologisch ausgeprägten Charakterzug entspricht nun eine besonders starke Fixierung an die erogene Zone, von der der Charakterzug sich herleitet. Diese Fixierung an eine bestimmte Zone kommt nun regelmäßig auch im Verhalten in der frühen Kindheit zum Ausdruck.
Freud, der für die Möglichkeit der Aufdeckung der Genese von Charakterzügen aus der Lustbetätigung an bestimmten erogenen Zonen bahnbrechend war, hat diese Genese besonders fü