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In seiner „Psychologie der frühen Kindheit” behauptet William Stern, daß „spontane Traumerzählungen kaum vor dem fünften Lebensjahre vorkommen und daß auch hier noch das Kind eigentlichen Traumbericht und Wachkonfabulation nur schwer auseinanderhalten kann.”1 (S. 265 der 4. Aufl. 1927.) Durch diese Verwirrung wird s. E. manche psychoanalytische Deutung von Kinderträumen wertlos. Wenn man dahingestellt sein läßt, daß die Psychoanalyse weniger Wert auf das Auseinanderhalten von Traumbericht und Wachkonfabulation legt, sondern beide für das Deuten der Komplexe einander gleichstellt, so scheint es mir dennoch sehr gut möglich, bei jüngeren Kindern wirkliche Traumberichte von Wachkonfabulationen zu unterscheiden. Unser dreieinhalbjähriges Töchterchen erzählte uns im letzten Jahre mindestens drei evidente Traumberichte. Die Erzählungen wurden vollkommen spontan gemacht, kurz nach dem Erwachen, und waren deutlich von Wachkonfabulationen zu unterscheiden, erstens durch ihren verschiedenen Charakter, zweitens durch die Tatsache, daß das Kind fest überzeugt war von der Wirklichkeit der unmöglichen Begebenheiten, die es erzählte, während es bei seinen Phantasien Realität und Illusion sehr gut auseinanderzuhalten weiß.2 Besonders bei dem dritten Traum (mitgeteilt mit 3;6) war das deutlich. — Ganz entrüstet fragte sie die Mutter: „Heute nacht, als es dunkel war da kam das Auto der Tante T.; und da sagtest du: Jetzt darf Maja auch einsteigen — und dann gingst du selber hinein und rittst fort und Maja ging doch nicht mit! Warum hast du das getan?” Die Tränen flössen vor Enttäuschung. Als sie die nächsten Tage diesen Traum noch zweimal erzählte, wurde jedesmal eine glücklichere Endung hinzufabuliert: das Auto hält wieder und sie darf doch mitfahren und schließlich sogar auf Papas Schoß sitzen.
Merkwürdiger als dieser Traum war der zweite, mitgeteilt mit 3;1: „Maja so erschrocken — da kam ein Mann ins Schlafzimmer und warf alle Teller aus dem Fenster — patsch, alle Teller kaput — Maj