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Es sollen hier einige Erlebnisse mitgeteilt werden, die Licht in eine Kindernot werfen, die nicht sein dürfte. Ich denke an die Erstbeichte. Meine eigene Erstbeichte:
Zu Dritt wurden wir als Neunjährige bei einem fröhlichen, herzensguten Geistlichen vorbereitet. Scheu, fremd, als kennten wir ihn nicht, liebten ihn nicht mehr, traten wir in seiner Studierstube an. Er war für uns nichts mehr als der Beichtvater, hinter dem Tod, Gericht, Himmel und Hölle standen. Ein unheimlicher Geselle; ein Stück Gottvater mit dem Schwerte. Er tat alles, es uns gemütlich zu machen. Wir begegneten ihm mißtrauisch wie einem bissigen Hunde, den man nicht reizen darf. Nein, wir glaubten nicht, daß im Beichtstuhl das Glockenseil hing, mit dem böse Kinder geschlagen würden, wie unsere Dienstmagd es uns weismachte. Aber man hatte uns zu Hause und in der Schule zu oft gesagt: Wartet nur, wenn ihr erst in den Beichtunterricht kommt!
Nun saßen wir drei Kamerädchen im weichen Sofa, drückten uns aneinander und ließen uns in den Beichtspiegel einweihen. Wir hatten unsere heimlichen Sünden und erröteten bei diesem und jenem. Wir waren so erregt, daß wir vieles nicht verstanden, mißverstanden. Eine Beichtstunde nach der andern verging. Herrgott, die Unterscheidung: Todsünde — Läßliche Sünde; was machte die uns Kopfzerbrechen. Die eine zog Höllenstrafen, die andere das Fegefeuer nach sich. Der Himmel schien uns versperrt. Starben wir plötzlich, — und wer war abends sicher, daß er morgens erwachte? — warteten Feuer und alle erdenklichen Qualen auf uns. Schatten fielen in unsere hellen Tage. Daß wir ängstlich wurden, blaß, schlecht schliefen und laut träumten beunruhigte die Erwachsenen nicht. Wir schleppten unseren Jammer stumm mit uns herum; wir wagten es nicht einmal, unter einander darüber zu reden. Vielleicht hätten wir auch gar keine Worte gefunden.