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Das rasche Bekanntwerden der Bücher Van de Veldes beruht zum Teil darauf, daß der Autor die früher übliche Geheimnistuerei in der sexuellen Frage ablehnt und, ohne der Kirche wehzutun, die sexuelle Technik offen darstellt. Es gelingt dem Verfasser, die Unwissenheit über die einfachsten Grundlagen des seelisch-körperlichen Verhaltens aufzuhellen und frommen und nichtfrommen Menschen Mut zu machen, sich sexuell natürlicher zu verhalten. Der Psychoanalytiker weiß, daß sachliche Belehrung nottut und Gutes stiftet, besonders bei Angstneurose. Trotz der guten Verständlichkeit der Darstellung wird aber dadurch allein die tiefere Ursache ungeschickten Verhaltens kaum berührt, sie kann durch bewußte Belehrung allein nicht aufgehoben werden. Die Sexualverdrängung ist die Folge von Konflikten, deren Wurzeln im Unbewußten liegen und mit der Kindheit des Menschen zusammenhängen. Ferner sind es ökonomisch und sozial bedingte Widerstände, die gegen eine vertiefte Lösung der sexuellen Frage ankämpfen. Sie müssen erkannt sein. Der Autor behandelt sie nicht, er weist darauf hin, daß Ärzte und Patienten die seelische Bedingung zahlreicher Störungen im Sexualleben kennen und bei jeder Behandlung berücksichtigen müßten.
Alle drei Bücher sind lesenswert, sie teilen auch einige wichtige Funde der Psychoanalyse dem Leser mit. Für eine Neuauflage ist die Verwertung der ausgezeichneten Formulierungen, die Federn in seinem Kapitel „Körperliche und seelische Hygiene des Geschlechtslebens” im Psychoanalytischen Volksbuch gegeben hat, zu empfehlen, sie würde die Darstellung psychologisch vertiefen.
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