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Professor Grotjahn, der Sozialhygieniker, und der Schulmann Prof. Junge treten in diesem volkstümlich geschriebenen Buch für eine Reihe von Reformen des modernen Schulbetriebes ein. Ihre Hauptforderung ist: weniger Schulstunden, mehr Ferien, mehr Selbstüberlassung der Kinder, um damit Raum zu geben für eine freiere, selbständige Entwicklung. Die Autoren versuchen nachzuweisen, daß die heutige Schule ähnlich. Nachteile für die Entwicklung des Kindes habe wie die Gefangenschaft für das Tiere Die ärztlichen hygienischen Forderungen (Ernährung, Sport, Schlaf, Erholung usw.) entsprechen dringenden Notwendigkeiten für die gesundheitliche Erziehung der Jugend aller Schichten. Die Beiträge des Schulmannes zeugen davon, daß man sehr viele Schäden, die durch Überbelastung des Wissensstoffes entstehen, durch Änderung des Unterrichtes und durch andere Verwendung der Freizeit gutmachen und vermeiden könnte. Es ist allerdings schade, daß die Erkenntnisse der Psychoanalyse, auch im Kapitel über das psychopathische Kind, nicht zur Verwertung kommen. Wir wissen ja, wie stark Fehlentwicklungen und Störungen im Affektleben des Kindes und des Erwachsenen Schwierigkeiten im Lernen und Lehren setzen. Hier müßten Arbeiten, wie die von Anna Freud, Pfister, Zulliger u. a. genannt und zum Studium empfohlen werden. Es genügt nicht, daran zu mahnen, daß lediglich Personen von zornmütiger Veranlagung dem Lehrerberuf fernbleiben und daß man dringend vor der Verwendung von Prügel und Ohrfeigen warnt, wie wichtig auch diese Dinge in der Praxis sein können. Gerade der Hinweis, daß das gute Beispiel den stärksten erzieherischen Einfluß hat, müßte Anlaß sein, den Eltern und Lehrern über die modernen tiefenpsychologischen Methoden etwas zu sagen, die jeder Pädagoge kennen muß, wenn er seine und des Kindes Reaktion auf die Schule recht verstehen will. Das Kapitel „Sexuelles” enthält brauchbare Winke und Aufklärungen. Der Rat, geschlechtliche Belehrung nicht durch das gesprochene, sondern durch das gedr