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Das Buch trägt bei zur Klärung bestimmter Probleme der modernen Strafrechtsreform. Lange zeigt in einer — auch für Nichtärzte — verständlichen Sprache die Ergebnisse seiner Zwillingsforschung, um damit einen Beitrag zur Frage der Verbrechensursache zu liefern. Die Vererbungswissenschaft hat durch die in den letzten Jahrzehnten durchgeführte Zwillingsforschung ein wichtiges Werkzeug gefunden, um bestimmte ererbte Merkmale näher zu untersuchen. Der Vergleich einer bestimmten Anzahl eineiiger und zweieiiger Zwillinge gibt Anhaltspunkte, wie bestimmte Ähnlichkeiten wahrscheinlich mehr durch das Milieu oder mehr durch die Erbmasse bedingt sind. Lange fand unter 30 gleichgeschlechtlichen Zwillingspaaren 13 eineiige und 17 zweieiige. Von den ersteren waren in 10 Fällen beide Zwillinge kriminell geworden, während in 3 Fällen nur der eine Zwilling mit dem Strafgesetz in Konflikt gekommen war. Von den 17 zweieiigen Paaren waren beide Zwillinge nur in zwei Fällen bestraft, während in allen anderen Fällen nur der eine Zwilling sich verbrecherisch betätigt hatte. Obwohl das Zahlenmaterial von Lange verhältnismäßig klein ist und man bei seiner statistischen Verwertung vorsichtig sein muß, glaubt er den Beweis geliefert zu haben, daß für den Verfall in Kriminalität die Erbanlage eine überwiegende Bedeutung habe. Der statistische Beweis für die Lange'schen Behauptungen scheint dem Referenten nicht erbracht.
Der Verfasser erkennt allerdings an, wie wichtig Umwelteinflüsse für die asoziale Entgleisung sind, rückt aber immer wieder die Veranlagung in den Vordergrund. Die Krankengeschichten enthalten interessantes Material, z. B. über frühkindliche Schädigungen des Gehirns und Geburtenschädigungen und zeigen interessante Zusammenhänge auf zwischen Hirnschäden und abnormer Sexualkonstitution. Eine Art Zusammenfassung der Einwirkungen, die außer der Vererbung eine Rolle spielen, gibt Lange in Folgendem: „Wir sehen also neben der Anlage von großer Wirksamkeit die äußeren Einwirkungen, zum