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In vielen psychoanalytischen Arbeiten finden wir, daß in Träumen, in der Symbolik der Schizophrenen und bei Dichtern die Stadt als Symbol der Frau aufgefaßt wird.
Bei Kindern können wir dasselbe finden. Ein achtjähriger Knabe gab mir das folgende Beispiel für das Symbol: Stadt-Frau. Eines Tages war er längere Zeit mit einem Straßenplan beschäftigt; er wollte wissen, wo er wohnte, wo er jetzt war, wie er spazieren gegangen war usw. Dann fing er an, selbst eine Stadt zu zeichnen und fertigte folgendes Bild an.
Er erzählte dabei, wie die Stadt ”Maanstad” (Mondstadt) hieß, dann wurde es ”Maandrek” (Monddreck), darauf ”Mandiereks”. Für diesen letzten Namen weiß ich keine Erklärung. Er schrieb es zuletzt über das Bild und sagte, daß es ein schönerer Name war. Vielleicht war diese ästhetische Umbildung eine Verdrängung.
Der Mond jedoch, mit seinen Sternenkindern, ist ein Muttersymbol für ihn, wie aus anderen Zeichnungen und Erzählungen ersichtlich war, während die Sonne ein Vatersymbol ist. Die Erde spielt dabei die Rolle eines großen Tieres, das zwischen Sonne und Mond steht, und das bewirkt, daß sie nie zueinander kommen können. Eine Vereinigung des Vaters mit der Mutter ist also ausgeschlossen. Tatsächlich ist der Vater des Knaben, ein Schiffskapitän, sehr selten zu Hause. Der Wunsch, den Vater zu beseitigen, geht ziemlich deutlich aus folgendem Vorfall hervor: einmal zeichnete er eine Sonne, machte einen großen Tintenklecks daneben, der die Erde vorstellen sollte, und blies die Tinte über die Sonne mit den Worten: „Die ganze Sonne ist in der Erde verschwunden, ich habe sie gänzlich fortgeblasen.” Er identifizierte sich also mit der Erde (dem großen Tier).