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Russell ist wohl der bedeutendste Vertreter der logisch-empiristischen Richtung in der Philosophie und außerdem Mathematiker. Er ist bekannt als überzeugter Verfechter des demokratischen und pazifistischen Gedankens. Schließlich kennen wir ihn durch sein Eintreten für eine Reform des Erziehungswesens. Eine Zusammenfassung seiner Vorschläge auf diesem Gebiet finden wir in dem vorliegenden Buch.
Es ist begrüßenswert, gerade einen Nicht-Fachpädagogen mit soviel Wärme und Liebe über Erziehung sprechen zu hören. Dennoch erwachsen diesem Buch und den Theorien Russells eben gerade daraus Schwierigkeiten, daß er — besonders politisch — in ganz bestimmten Bahnen festgefahren ist.
Das Buch umfaßt die Erziehung von den ersten Kinderjahren bis zum Abschluß des Universitätsstudiums. Es ist selbstverständlich, daß bei der Fülle des Stoffes, der hier auf 242 Seiten zusammengedrängt ist, die meisten Probleme nur oberflächlich behandelt werden können. Leider wird aber dadurch der Wert des Buches außerordentlich beeinträchtigt.
Russell beginnt mit der Aufstellung seiner Erziehungsideale und seinem Ziel der Erziehung. Denn die „ewigen” Ziele der Erziehung, von denen der Titel spricht, sind seine persönlichen, entstanden und verbunden mit seinen politischen Zielen: Pazifismus und Demokratie. Ob es „ewige Ziele der Erziehung” überhaupt gibt, sei dahingestellt. Sicher aber ist, daß der Politiker Russell diese „ewigen Ziele” dem Pädagogen Russell diktiert hat.
Im zweiten Teil seines Buches spricht Russell von der Charakterbildung, die er, wie alle modernen Pädagogen, mit dem Augenblick der Geburt beginnen läßt. Besondere Behandlung erfahren gewisse Probleme, wie z. B. die Angst. Gerade bei diesem Kapitel ist es unverständlich, wie Russell an den diesbezüglichen Forschungsergebnissen der Psychoanalyse vorübergehen konnte, ohne sie auch nur irgendwie zu verwerten. Sowohl seine psychologischen Erklärungen der Angst als auch seine Methoden zu ihrer Bekämpfung sind meines Erachtens unhaltbar. Dage